Toxoplasmose: Wie oft in der Schwangerschaft testen

SSW 09-12

Was ist Toxoplasmose?

Toxoplasmose ist eine Infektion, die durch den Parasiten Toxoplasma gondii verursacht wird. Die Parasiten kommen in Katzenkot, rohem Fleisch oder in der Erde vor. Für gewöhnlich ist eine Toxoplasmose-Infektion harmlos. Für Ungeborene kann sie aber gefährlich sein.

Wie läuft der Test auf Toxoplasmose ab?

Mit dem Test kannst du feststellen, ob du schützende Antikörper hast und beim Umgang mit bestimmten Infektionsquellen sorgenfrei sein kannst. Aus einer Blutprobe vor oder zu Beginn der Schwangerschaft werden im Labor Toxoplasmose-Antikörper bestimmt.

Warum sollten sich Schwangere auf Toxoplasmose testen lassen?

Eine Erstinfektion während der Schwangerschaft birgt für das Ungeborene große Gefahren: Nervensystem oder Augen des Babys können schwer geschädigt werden. Im schlimmsten Fall droht eine Fehlgeburt.

Wie hoch ist das Risiko, sich als Schwangere zu infizieren?

Pro Jahr infizieren sich etwa 6.400 Schwangere (ein Prozent aller Schwangeren) erstmals mit Toxoplasma gondii. Davon geht bei etwa 1.300 die Infektion auf das Baby über – etwa 345 von ihnen kommen mit Schäden auf die Welt.

Was, wenn der Test positiv ausfällt?

Fällt der Test positiv aus (Toxoplasmose ist vorhanden), empfiehlt der Arzt oder die Ärztin entweder ein Antibiotikum oder ein Medikament gegen Parasiten sowie Folinsäure.

Gut zu wissen

Wie gut die Behandlung mit Medikamenten dem Baby wirklich hilft, ist bisher nicht ganz eindeutig geklärt. Zudem ist das Testergebnis nicht immer ganz eindeutig und kann weitere Tests wie eine Fruchtwasseruntersuchung nach sich ziehen.

Warum sollten Schwangere sich auf Toxoplasmose testen lassen?

Mit diesem Bluttest erfährst du zu Beginn der Schwangerschaft, ob du den Parasiten namens Toxoplasma gondii – einem Verwandten des Malaria-Erregers – in dir trägst. Man nimmt an, dass etwa 30 Prozent der Weltbevölkerung infiziert sind. Meist ist die Infektion harmlos und verläuft ohne Symptome. Danach entwickelt das Immunsystem Antikörper gegen den Parasiten, die ihn in Schach halten.

Werden keine Antikörper in deinem Blut festgestellt, besteht die Gefahr, dass du dich während der Schwangerschaft neu infizierst und die Erreger auf dein Baby übergehen, wo sie unter anderem zu schweren neurologischen Schäden und Beeinträchtigungen des Sehvermögens führen. Auch eine Früh- oder gar Fehlgeburt kann drohen.

So funktioniert der Test

Zu Beginn der Schwangerschaft nimmt der Arzt eine Blutprobe von dir und schickt sie ins Labor. Dort wird auf verschiedenen Arten nach bestimmten Antikörpern gegen Toxoplasma gondii gesucht.

Fällt der Test positiv aus, heißt das, dass du gegen Toxoplasmose immun bist. Dann musst du dir keine weiteren Sorgen machen. Allerdings ist nicht immer eindeutig klar, ob du die Infektion schon überwunden hast oder sie akut noch besteht. Dann sind weitere Bluttests nötig.

Fällt der Test negativ aus, heißt das, dass du keine Antikörper hast, die dein Baby vor einer Infektion schützen können. Dann wird der Test meistens zu einem späteren Zeitpunkt wiederholt, um eine Neuinfektion auszuschließen.

So hoch ist das Risiko, sich in der Schwangerschaft mit Toxoplasmose zu infizieren

2017 kamen knapp 750.000 Babys auf die Welt. Nicht bei jeder Erstinfektion mit Toxoplasmose während der Schwangerschaft gehen die Erreger auf das Baby über. Um zu verstehen, wie wahrscheinlich eine Infektion für dein Ungeborenes ist, helfen ein paar Zahlen:

Dein Risiko in Zahlen

Selected Image

5 bis 6 von 1.000

infizieren sich in der Schwangerschaft mit Toxoplasmose.

Selected Image

50 von 100

infizierten Schwangeren übertragen den Erreger an ihren Fötus.

Selected Image

~50 von 100

infizierte Föten kommen mit Schäden auf die Welt.

Symptome durch Toxoplasmose

Je früher während der Schwangerschaft du dich mit Toxoplasmose infizierst, desto geringer ist das Risiko, dass sich dein Baby bei dir ansteckt.

Aber desto schlimmer sind meistens die möglichen Folgen für dein Ungeborenes. Geht die Infektion während der Frühschwangerschaft auf dein Baby über, zählen Leberschäden, Gelbsucht, Entzündung der Netzhaut oder ein Wasserkopf zu den typischen Symptomen. Zudem kommt es häufiger zu Fehlgeburten.

Infizierst du dich in der Spätschwangerschaft mit Toxoplasmose, ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass sich dein Baby mit Toxoplasmose ansteckt. Die Schäden sind oft zunächst gar nicht ersichtlich, sondern kommen erst Monate oder Jahre nach der Geburt zum Vorschein. Die Symptome können von einer Epilepsie, bis hin zu Taub- oder Blindheit sowie Entwicklungsstörungen reichen.

So kannst du dein Risiko senken

Der Erreger Toxoplasma gondii kommt in Erde, Ausscheidungen von Katzen, auf ungewaschenem Obst oder Gemüse oder in rohem oder unzureichend gegartem Fleisch vor. Ergibt der Test, dass du keine Antikörper gegen Toxoplasmose im Blut hast, kannst du also durch die Vermeidung von möglichen Übertragungsquellen das Risiko für eine Infektion stark verringern.

Darauf solltest du achten:

  • keine rohen Fleisch- oder Wurstwaren verzehren bzw. stets gut durchgaren
  • Obst und Gemüse gründlich waschen
  • Handschuhe bei der Gartenarbeit tragen
  • Katzenklo nicht selbst reinigen

Ich habe mich infiziert. Was jetzt?

Sollte der Test ergeben, dass du dich während der Schwangerschaft zum ersten Mal mit Toxoplasmose infiziert hast, kann dir der Arzt eine Behandlung mit Antibiotika, oder nach der 16. Schwangerschaftswoche mit einer Kombination aus einem Medikament gegen Parasiten und Antibiotika sowie Folinsäure empfehlen.

Wie oft sollte man sich in der Schwangerschaft auf Toxoplasmose testen lassen

Durch den Test erfährst du nur, ob du gegen Toxoplasmose immun bist, oder nicht – er ist kein Schutz vor einer Neu-Infektion.

Bei einem negativen Ergebnis ist es also ratsam, sich regelmäßig alle vier bis zehn Wochen neu testen zu lassen.

Solltest du dich während der Schwangerschaft infiziert haben, heißt das noch lange nicht, dass die Infektion immer automatisch auf das Baby übergeht. Es gibt auch keine hundertprozentige Garantie dafür, dass die Behandlung mit Medikamenten wirkt. Und sie kann auch Nebenwirkungen haben. Studien zufolge führt aber eine Therapie dazu, dass die Infektion seltener auf das Baby übergeht und weniger Schäden auftreten.