Gesundheit

Wie schütze ich mich vor Röteln in der Schwangerschaft?

Von Larissa
Von Larissa
Teilen

Was sind Röteln?

Das Rötelnvirus löst eine Erkrankung mit grippeähnlichen Symptomen und Hautausschlag aus. Infiziert sich eine Schwangere, ist das für das Ungeborene vor allem in den ersten Monaten sehr gefährlich. Bist du gegen Röteln geimpft, oder hattest du als Kind Röteln, besteht keine Gefahr.

Kann ich mich auf Röteln in der Schwangerschaft testen lassen?

Bist du nicht geimpft, wird dir zu Beginn der Schwangerschaft Blut abgenommen und im Labor auf Antikörper gegen Röteln analysiert.

Was passiert, wenn eine Schwangere Röteln bekommt?

Eine Röteln-Infektion kann beim Fötus zu schweren Organschäden wie Taubheit oder einer Trübung der Linse führen. Zudem kann bei einer Erstinfektion in den ersten vier Monaten eine Früh- oder Totgeburt die Folge sein.

Wie hoch ist das Risiko, sich mit Röteln in der Schwangerschaft zu infizieren?

Röteln kommen aufgrund der Impfung zum Glück nur noch sehr selten vor. Aber: Bei einer Infektion während der ersten 12 Wochen kommt es in 90 Prozent der Fälle zu einer Organschädigung des Babys. Ab der 13. Woche sinkt das Risiko deutlich.

Was, wenn ich mich in der Schwangerschaft mit Röteln anstecke?

Fällt der Test negativ aus (du hast keine Ringelröteln-Antikörper), erklärt dir der Arzt, wie du das Risiko für eine Ansteckung senken kannst.

Wofür ist der Test?

Zu Beginn der Schwangerschaft wird geprüft, ob du gegen Röteln geimpft bist oder diese Krankheit schon mal hattest. Bist du geimpft, steht das in deinem Impfpass. Damit die Impfung auch dauerhaft wirkt, musst du zweimal geimpft worden sein.

Die Rötelnimfpung wird zusammen mit dem Impfstoff gegen Masern und Mumps als Kombinationsimpfung gegeben (MMR-Impfung).

Wenn du keinen Impfpass hast oder dich nicht erinnern kannst, ob du als Kind die Röteln hattest, schafft ein Bluttest im Labor Klarheit: Er zeigt an, ob du Antikörper gegen das Rötelnvirus hast. Sie schützen dich bei einer erneuten Infektion.

Zeigt der Test Antikörper in deinem Blut an, musst du dir also keine Sorgen machen. Ist dies nicht der Fall, besteht das Risiko, dass du dich während der Schwangerschaft mit Röteln infizierst. Aber keine Sorge, Infektionen mit Röteln sind sehr selten.

Folgen einer Röteln-Infektion während der Schwangerschaft

Für dich ist eine Infektion mit Röteln ungefährlich: Die Kinderkrankheit mit erkältungsähnlichen Symptomen und dem charakteristischen Hautausschlag ist harmlos.

Doch die Viren können über die Plazenta auf das ungeborene Kind übertragen werden. Eine solche Röteln-Infektion im Mutterleib wird Rötelnembryopathie genannt. Im Embryo können die Viren schwere Schäden anrichten. Wie heftig diese sind, kommt auf den Zeitpunkt während der Schwangerschaft an.

Auch Tot- und Fehlgeburten sind möglich. Während der ersten zwölf Schwangerschaftswochen ist die Gefahr von Komplikationen am größten, da sich in diesem Zeitraum die inneren Organe im Kind bilden – in 90 Prozent der Fälle kommt es zu Organschädigungen.

Die Folge können Herzfehler, Taubheit oder schwere Augenprobleme sein. Hirnschäden können ebenso auftreten wie Störungen im Knochenwachstum oder der Blutbildung.

Von der 13. bis zur 16. Schwangerschaftswoche nimmt das Risiko einer Fruchtschädigung deutlich ab. Ab der 20. Schwangerschaftswoche wird nur mehr in Ausnahmefällen von Schädigungen des Kindes berichtet.

Kann ich mich in der Schwangerschaft auf Röteln impfen lassen?

Leider ist eine Impfung während der Schwangerschaft nicht möglich, da sie dem ungeborenen Kind schaden kann. Es gibt auch keine Medikamente, die das Kind vor den Viren schützen könnten.

Die beste Schutzmaßnahme ist also, sich nicht anzustecken. Dabei musst du nun aber nicht in ständiger Sorge leben! In Deutschland sind etwa 90 Prozent aller Kinder, die eingeschult werden, gegen Röteln bereits geimpft. Damit ist das Risiko einer Ansteckung für dich sehr gering.

Wenn du dennoch auf Nummer sichergehen möchtest, dann meide größere Ansammlungen von Kindern im Kindergarten- und Vorschulalter, denn die Röteln treten vor allem im Alter von fünf bis neun Jahren auf. Und bei Kindern sind Röteln oft so harmlos, dass sie gar nicht erkannt werden.

Besprich auf jeden Fall mit deinem Arzt oder deiner Ärztin, was zu tun ist. In der 16.–17. Schwangerschaftswoche wird dann noch einmal ein Antikörpertest durchgeführt.

Wie hoch ist mein Risiko?

Selected Image

20 bis 40

Rötelninfektionen werden pro Jahr in Deutschland gemeldet

Selected Image

0

infizierte Föten kommen zur Welt (der letzte Fall im Jahr 2013)

Selected Image

93 %

Impfquote bei Kindern, die in Deutschland im Jahr 2017 eingeschult wurden

Wird der Test von der Kasse gezahlt?

Die Blutuntersuchung ist Teil der allgemeinen Vorsorgeuntersuchung und wird von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt.

Sie wird durchgeführt, wenn keine zweimalige Impfung nachgewiesen werden kann oder du die Krankheit bereits durchgemacht hast.

Gut zu wissen

Mit dem Test erfährst du, ob du gegen die Rötelnviren immun bist oder nicht. Er schützt dich nicht vor der Erkrankung. Die Blutuntersuchung birgt keinerlei Risiko für Mutter und Kind.