Frühschwangerschaft

Sind Ringelröteln in der Schwangerschaft gefährlich?

Auf blauem Hintergrund sieht man eine illustrierte Hand mit einer Lupe in der Hand. Unter dem Lupenglas sieht man stark vergrößerten lilanen Ringelröteln-Virus
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Constanze Care Team

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Mit Röteln haben Ringelröteln außer dem ähnlichen Namen nichts gemein. Die beiden Krankheiten werden von völlig unterschiedlichen Viren ausgelöst. Bei den Ringelröteln heißt der Erreger Parvovirus B19.

Wieso ist es wichtig, sich in der Schwangerschaft auf Ringelröteln zu testen?

Solltest du dich mit diesem Virus jemals angesteckt haben, findet man in deinem Blut Antikörper – das ist bei zwei Dritteln aller Schwangeren der Fall. Dann musst du dir während der gesamten Schwangerschaft über Ringelröteln keine Sorgen mehr machen. Du kannst dich nicht noch einmal anstecken.

Hast du keine Antikörper, kann das Parvovirus B19 in deinen Körper eindringen. Für dich ist das ungefährlich, aber die Viren könnten über die Plazenta in dein Baby gelangen und die Blutbildung stören.

Den Test kannst du zu Beginn der Schwangerschaft machen. Oder wenn du glaubst, dass du dich angesteckt haben könntest.

Wie sieht der Ausschlag bei Ringelröteln aus?

Die Ringelröteln gehören zu den Kinderkrankheiten, eher selten trifft es Erwachsene. Oft merkt man gar nichts. Ihren Namen hat die Erkrankung von dem charakteristischen Hautausschlag mit roten Flecken, die nach einigen Tagen blass werden und Ringel bilden, also mit einem hellen Kreis in der Mitte.  Aber: Ansteckend sind Kranke ein bis zwei Wochen bevor dieser Ausschlag auftritt!

Erstes Trimester, zweites Trimester, drittes Trimester: Wann sind Ringelröteln in der Schwangerschaft gefährlich?

Bei einer Infektion in der ersten Schwangerschaftshälfte, bis zur 20. SSW, können die Ringelröteln-Viren die Blutbildung des Ungeborenen stören. Wenn die Blutzellen nicht richtig gebildet werden, kann das Kind nicht vollständig mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt werden. Außerdem wird Wasser im Brustkorb und in der Bauchhöhle eingelagert. Die Viren können auch das Herz schädigen. Im schlimmsten Fall drohen Fehl- oder Totgeburten.

Die gute Nachricht: In der zweiten Schwangerschaftshälfte besteht kaum noch eine Gefahr für dein Kind. Eine Infektion mit Ringelröteln im dritten Trimester der Schwangerschaft ist im Allgemeinen weniger riskant als in den ersten beiden Trimestern. Dennoch wird deine Frauenärztin mehrere Ultraschalluntersuchungen nach einer Infektion anordnen, um sicherzugehen, dass sich dein Baby weiterhin gut entwickelt.

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So kannst du dein Risiko senken

  • Wasche deine Hände oft und gründlich mit Seife.

  • Gut putzen: Der robuste Erreger haftet auch an Türklinken und Spielsachen.

  • Nicht mit ungewaschenen Händen in die Augen, Mund und Nase fassen.

Ich bin auf Ringelröteln negativ getestet - was jetzt?

Du musst nun nicht in Panik geraten, wenn du zu dem einen Drittel der Frauen gehörst, die keine Antikörper gegen das Parvovirus B19 hat. Und auch nicht bei jeder Infektion wandern die Viren in den Körper deines Kindes.

Wenn du glaubst, du könntest dich angesteckt haben, wende dich an deinen Arzt oder deine Ärztin. Sie werden dein Kind dann engmaschig überwachen. Einmal in der Woche schauen sie mit Hilfe des Ultraschalls, ob sich Anzeichen einer Blutarmut entwickeln. Das können sie anhand von Wasseransammlungen beim Ungeborenen sehen. Sollten tatsächlich Anzeichen einer Blutarmut entdeckt werden, bekommt dein Ungeborenes eine Blutspende über die Nabelschnur. So kann der Blutmangel ausgeglichen werden.

Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, sich mit Ringelröteln anzustecken?

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Etwa 778.000 Babys

kommen in Deutschland im Jahr zur Welt. Bei etwa 30 Prozent aller Frauen im gebärfähigen Alter haben keine Antikörper gegen das Parvovirus B19 im Blut.

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1:100 Risiko

sich mit Ringelröteln anzustecken.

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1/3 der Kinder

wird folgend infiziert.

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5 - 10 Prozent

dieser Kinder werden durch die Infektion geschädigt.

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Zahlt die Kasse den Test auf Ringelröteln in der Schwangerschaft?

Die Blutuntersuchung wird von den gesetzlichen Krankenkassen nicht bezahlt. Außer: Besteht der Verdacht, dass du dich mit dem Virus angesteckt haben könntest oder du auch nur Kontakt mit einem kranken Kind oder einem infektiösen Erwachsenen hattest, wird der Bluttest sofort angeordnet und auch von der Kasse bezahlt.

Gibt es eine Impfung gegen Ringelröteln?

Gegen Ringelröteln gibt es übrigens keine Impfung, die dich schützen könnte. Die Vorbeugung erfolgt hauptsächlich durch allgemeine Hygienemaßnahmen wie regelmäßiges Händewaschen und das Vermeiden von engem Kontakt mit infizierten Personen.

Solltest du Kontakt zu einer infizierten Person gehabt haben, setze dich direkt mit deinem/r Ärzt:in in Verbindung. Welche Impfungen in der Schwangerschaft sinnvoll sind, liest du hier.

Gut zu wissen

Mit dem Test erfährst du, ob du gegen die Ringelröteln immun bist oder nicht. Hattest du die Erkrankung, kannst du dich beruhigt zurücklehnen, denn du kannst dich nie wieder anstecken. Diese Blutuntersuchung birgt keinerlei Risiko – weder für dich noch für dein Kind.

derzeit keine Impfung gegen Ringelröteln (Erythema infectiosum), die durch das Parvovirus B19 verursacht werden. Die Vorbeugung erfolgt hauptsächlich durch allgemeine Hygienemaßnahmen wie regelmäßiges Händewaschen und das Vermeiden von engem Kontakt mit infizierten Personen, besonders für schwangere Frauen, da die Infektion während der Schwangerschaft Komplikationen verursachen kann.

Das fragten unsere Nutzerinnen

Ich bin nicht immun gegen Ringelröteln. Was kann jetzt passieren?

Wenn du keinen Schutz gegen Ringelröteln hast und dich während der Schwangerschaft ansteckst, kann das Virus in seltenen Fällen auf dein Baby übergehen. Besonders in den ersten beiden Schwangerschaftsdritteln kann das für das ungeborene Kind problematisch sein.

In manchen Fällen kann es dazu führen, dass das Baby eine starke Blutarmut entwickelt oder sich ungewöhnlich viel Flüssigkeit im Körper sammelt. Sehr selten kann eine Infektion auch schwere Komplikationen auslösen.

Für die werdende Mutter verläuft eine Ringelröteln-Infektion meist mild oder sogar unbemerkt – für das Baby ist sie jedoch ernster, weshalb eine ärztliche Kontrolle wichtig ist.

Ein Routine-Test auf Ringelröteln oder Cytomegalie (CMV) für alle Schwangeren wird aktuell nicht generell empfohlen und wird auch von den Krankenkassen nicht übernommen. Tests werden vor allem dann gemacht, wenn Kontakt zu Infizierten bestand, Symptome auftreten oder der Verdacht auf eine neue Infektion besteht. Dann prüft man mit einer Blutuntersuchung, ob ein Immunschutz vorliegt oder eine akute Infektion vorliegt.

Das Risiko für schwere Folgen durch Ringelröteln nimmt mit fortschreitender Schwangerschaft ab, ist aber auch nach der 20. Schwangerschaftswoche theoretisch nicht komplett ausgeschlossen. Am höchsten ist die Gefahr für Blutarmut und Hydrops fetalis, wenn die Infektion im ersten oder frühen zweiten Trimester auftritt. Dennoch wird auch später mit Ultraschall und ggf. weiteren Untersuchungen überwacht, wenn eine Infektion bestätigt wurde.

Kinder – vor allem im Vorschul- oder Schulalter – sind häufig Überträger von Ringelröteln, weil sie das Virus schon vor dem Auftreten von Symptomen verbreiten können. Es ist verständlich, dass dich das beunruhigt: Wenn du noch nicht immun bist, bedeutet jeder Kontakt ein gewisses Infektionsrisiko. Du kannst das Risiko reduzieren, indem du auf gute Hygiene achtest (z. B. regelmäßiges Händewaschen) und engen Kontakt zu akut erkrankten Personen meidest. Wenn du Kontakt zu einem Kind hattest, das Ringelröteln hat oder Symptome zeigt, sprich am besten mit deiner Frauenärztin darüber – dann kann geprüft werden, ob eine Blutuntersuchung sinnvoll ist.

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