Sind Ringelröteln für Schwangere gefährlich?

SSW 8-12
Selbstzahler

Was sind Ringelröteln?

Ringelröteln werden durch ein kleines Virus Namens Parvovirus B19 ausgelöst und haben nichts mit Röteln zu tun.

Gesunde Erwachsene bemerken eine Infektion meistens kaum. Infiziert sich jedoch das Ungeborene im Mutterleib damit, kann es gefährliche Folgen haben.

Wie kann ich mich auf Ringelröteln in der Schwangerschaft testen lassen?

Zu Beginn der Schwangerschaft oder bei Verdacht auf eine Infektion werden aus einer Blutprobe im Labor Parvovirus B19-Antikörper bestimmt.

Warum ist es wichtig, sich testen zu lassen?

Eine Infektion mit Ringelröteln im Mutterleib kann beim Ungeborenen zu Wasseransammlungen in der Haut oder anderen Körpergeweben sowie einer Blutarmut führen. Zudem ist das Risiko für eine Fehl- oder Totgeburt erhöht.

Wie hoch ist mein Risiko?

Etwa 35 Prozent aller Schwangeren sind nicht gegen das Ringelrötelnvirus immun.

Das Risiko, sich während der Schwangerschaft damit zu infizieren, beträgt ungefähr 1:100. Etwa jede Dritte Infektion geht auf das Baby über. In 5 bis 10 Prozent der Fälle wird es dadurch geschädigt.

Was, wenn ich mich in der Schwangerschaft mit Ringelröteln angesteckt habe?

Wird eine akute Infektion rechtzeitig festgestellt, kann dein Baby engmaschig per Ultraschall untersucht und bei Bedarf auch in vielen Fällen erfolgreich behandelt werden.

Gut zu wissen

Gegen Ringelröteln gibt es keine Impfung. Fällt das Testergebnis negativ aus, kannst du also nicht viel tun, außer versuchen, dich möglichst gut vor einer Ansteckung zu schützen. Deshalb erstatten Kassen die Kosten nur bei Verdacht auf eine Infektion.

Wieso ist es wichtig, sich auf Ringelröteln testen zu lassen?

Mit Röteln haben Ringelröteln außer dem ähnlichen Namen nichts gemein. Die beiden Krankheiten werden von völlig unterschiedlichen Viren ausgelöst. Bei den Ringelröteln heißt der Erreger Parvovirus B19.

Solltest du dich mit diesem Virus jemals angesteckt haben, findet man in deinem Blut Antikörper – das ist bei zwei Dritteln aller Schwangeren der Fall. Dann musst du dir während der gesamten Schwangerschaft über Ringelröteln keine Sorgen mehr machen. Du kannst dich nicht noch einmal anstecken.

Hast du keine Antikörper, kann das Parvovirus B19 in deinen Körper eindringen. Für dich ist das ungefährlich, aber die Viren könnten über die Plazenta in dein Baby gelangen und die Blutbildung stören.

Den Test kannst du zu Beginn der Schwangerschaft machen. Oder wenn du glaubst, dass du dich angesteckt haben könntest. Gegen Ringelröteln gibt es übrigens keine Impfung, die dich schützen könnte.

Wie äußert sich Ringelröteln in der Schwangerschaft?

Die Ringelröteln gehören zu den Kinderkrankheiten, eher selten trifft es Erwachsene. Oft merkt man gar nichts. Ihren Namen hat die Erkrankung von dem charakteristischen Hautausschlag mit roten Flecken, die nach einigen Tagen blass werden und Ringel bilden, also mit einem hellen Kreis in der Mitte.  Aber: Ansteckend sind Kranke ein bis zwei Wochen bevor dieser Ausschlag auftritt!

Grundsätzlich richten die Erreger keine bleibenden Schäden an. Wenn du dich jedoch als Schwangere ansteckst, könnte das Folgen für dein Kind haben.

Bei einer Infektion in der ersten Schwangerschaftshälfte, bis zur 20. SSW, können die Viren die Blutbildung des Ungeborenen stören. Wenn die Blutzellen nicht richtig gebildet werden, kann das Kind nicht vollständig mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt werden. Außerdem wird Wasser im Brustkorb und in der Bauchhöhle eingelagert. Die Viren können auch das Herz schädigen. Im schlimmsten Fall drohen Fehl- oder Totgeburten. Die gute Nachricht: In der zweiten Schwangerschaftshälfte besteht kaum noch eine Gefahr für dein Kind.

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So kannst du dein Risiko senken

  • Wasche deine Hände oft und gründlich mit Seife.

  • Gut putzen: Der robuste Erreger haftet auch an Türklinken und Spielsachen.

  • Nicht mit ungewaschenen Händen in die Augen, Mund und Nase fassen.

Ich bin negativ - was jetzt?

Du musst nun nicht in Panik geraten, wenn du zu dem einen Drittel der Frauen gehörst, die keine Antikörper gegen das Parvovirus B19 hat. Und auch nicht bei jeder Infektion wandern die Viren in den Körper deines Kindes.

Wenn du glaubst, du könntest dich angesteckt haben, wende dich an deinen Arzt oder deine Ärztin. Sie werden dein Kind dann engmaschig überwachen. Einmal in der Woche schauen sie mit Hilfe des Ultraschalls, ob sich Anzeichen einer Blutarmut entwickeln. Das können sie anhand von Wasseransammlungen beim Ungeborenen sehen. Sollten tatsächlich Anzeichen einer Blutarmut entdeckt werden, bekommt dein Ungeborenes eine Blutspende über die Nabelschnur. So kann der Blutmangel ausgeglichen werden.

Risiko in Zahlen

Etwa 778.000 Babys

kommen in Deutschland im Jahr zur Welt. Bei etwa 30 Prozent aller Frauen im gebärfähigen Alter haben keine Antikörper gegen das Parvovirus B19 im Blut.

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1:100 Risiko

sich mit Ringelröteln anzustecken.

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1/3 der Kinder

wird folgend infiziert.

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5 - 10 Prozent

dieser Kinder werden durch die Infektion geschädigt.

Wird der Test auf Ringelröteln von der Kasse übernommen?

Die Blutuntersuchung wird von den gesetzlichen Krankenkassen nicht bezahlt. Außer: Besteht der Verdacht, dass du dich mit dem Virus angesteckt haben könntest oder du auch nur Kontakt mit einem kranken Kind oder einem infektiösen Erwachsenen hattest, wird der Bluttest sofort angeordnet und auch von der Kasse bezahlt.

Gut zu wissen

Mit dem Test erfährst du, ob du gegen die Ringelröteln immun bist oder nicht. Hattest du die Erkrankung, kannst du dich beruhigt zurücklehnen, denn du kannst dich nie wieder anstecken. Diese Blutuntersuchung birgt keinerlei Risiko – weder für dich noch für dein Kind.